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Koordinative & Konditionelle Fähigkeiten

Videos, Erklärungen und Übungen zu den motorischen Grundeigenschaften — inkl. Karteikarten, Quiz und Zuordnungsspiel zur Testvorbereitung.

Erklärvideos

Zum Einstieg ein kurzes Erklärvideo — danach folgen Übersicht, Übungen und die Lernwerkzeuge.

Koordinative Fähigkeiten

„Koordinative Fähigkeiten" — alle 7 Fähigkeiten anhand von Beispielen erklärt, inkl. Merkhilfe.

Grundlagen im Überblick

Die motorischen Grundeigenschaften teilen sich in zwei große Gruppen — energetisch (konditionell) und steuerungsbezogen (koordinativ).

Konditionelle vs. koordinative Fähigkeiten

Jede sportliche Bewegung wird von zwei Grundeigenschaften bestimmt: den konditionellen Fähigkeiten (primär durch energieliefernde/metabolische Prozesse bestimmt) und den koordinativen Fähigkeiten (primär durch Steuerungs- und Regelungsprozesse des Zentralnervensystems bestimmt).

KonditionellKoordinativ
GrundlageEnergiebereitstellung, MuskulaturSteuerung & Regelung durch das ZNS
BeispieleKraft, Ausdauer, Schnelligkeit, BeweglichkeitGleichgewicht, Reaktion, Kopplung u.a.

Schnelligkeit und Beweglichkeit besitzen zugleich starke zentralnervöse Steuerungsanteile und gelten daher als „gemischt konditionell-koordinative" Fähigkeiten.

Die 4 konditionellen Fähigkeiten

Kraft

Kraft

Die Fähigkeit der Muskulatur, Widerstände zu überwinden, ihnen entgegenzuwirken oder sie zu halten.

Ausdauer

Ausdauer

Physische und psychische Widerstandsfähigkeit gegen Ermüdung sowie schnelle Erholungsfähigkeit danach.

Schnelligkeit

Schnelligkeit

Fähigkeit, höchstmögliche Reaktions-, Beschleunigungs- und Bewegungsgeschwindigkeiten zu erzielen.

Beweglichkeit

Beweglichkeit

Fähigkeit, Bewegungen mit großer Schwingungsweite in den Gelenken auszuführen.

Kraft — die 4 Unterformen

KraftartBeschreibung
MaximalkraftHöchstmögliche Kraft, die willkürlich gegen einen Widerstand ausgeübt werden kann
SchnellkraftIn möglichst kurzer Zeit einen möglichst großen Kraftstoß erzeugen (z.B. Sprung, Wurf)
KraftausdauerErmüdungswiderstandsfähigkeit bei lang andauernden oder wiederholten Kraftleistungen
ReaktivkraftSonderform der Schnellkraft — nutzt den Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (z.B. Absprung nach Abwärtsbewegung)

Ausdauer — wichtige Unterscheidungen

  • Allgemein vs. lokal: mehr bzw. weniger als ein Sechstel der Gesamtmuskulatur beansprucht
  • Aerob vs. anaerob: mit ausreichend Sauerstoff vs. „Sauerstoffschuld"
  • Grundlagenausdauer vs. spezielle Ausdauer: sportartunabhängig vs. sportartspezifisch
  • Kurzzeit-, Mittelzeit-, Langzeitausdauer: Einteilung nach Belastungsdauer

Schnelligkeit — die 3 Formen

FormBeschreibung
ReaktionsschnelligkeitSchnellstmögliche Reaktion auf einen Reiz
Aktionsschnelligkeit (azyklisch)Eine einzelne Bewegung so schnell wie möglich (z.B. Wurf, Sprung)
Frequenzschnelligkeit (zyklisch)Sich wiederholende Bewegungen so schnell wie möglich (z.B. Sprint)

Beweglichkeit

Abhängig von zwei Faktoren: der Gelenkigkeit (passive Strukturen — Gelenke, Bänder, kaum trainierbar) und der Dehnfähigkeit der Muskulatur (gut trainierbar). Man unterscheidet allgemeine Beweglichkeit (große Gelenksysteme, z.B. Schulter) und spezielle Beweglichkeit (sportartspezifisch).

AHA: Die 7 koordinativen Fähigkeiten nach Meinel & Schnabel

Koordinative Fähigkeiten sind nicht angeboren — sie müssen erlernt, gefestigt und weiterentwickelt werden. Zwischen dem 7. und 12. Lebensjahr ist die Lernfähigkeit dafür besonders hoch. Sie umfassen:

FähigkeitKurzbeschreibung
GleichgewichtsfähigkeitKörper in Balance halten oder nach Störung wiederherstellen
OrientierungsfähigkeitPosition und Bewegung des Körpers im Raum bestimmen und verändern
DifferenzierungsfähigkeitKraft-, Zeit- und Raumparameter einer Bewegung fein dosieren
ReaktionsfähigkeitAuf ein Signal schnell und zweckmäßig motorisch reagieren
RhythmisierungsfähigkeitEinen Rhythmus erfassen und motorisch umsetzen
UmstellungsfähigkeitBewegungsablauf während der Ausführung an neue Situationen anpassen
KopplungsfähigkeitTeilkörperbewegungen räumlich, zeitlich und dynamisch aufeinander abstimmen

Übungen

Konkrete Praxisbeispiele zu jeder Fähigkeit — direkt einsetzbar im Sportunterricht.

Koordinative Fähigkeiten

⚖️ Gleichgewichtsfähigkeit

  • Balancieren auf der umgedrehten Langbank
  • Einbeinstand mit geschlossenen Augen
  • Slackline oder Balancierseil

🧭 Orientierungsfähigkeit

  • Drehsprünge mit anschließender Zielorientierung
  • Blindführung im Partnerlauf (Augen geschlossen, geführt durch Zurufe)
  • Fangspiele mit wechselnden Rollen im Raum

🎯 Differenzierungsfähigkeit

  • Bälle mit dosierter Kraft an verschieden weit entfernte Ziele werfen
  • Zielwürfe auf Reifen oder Kästen in unterschiedlicher Entfernung
  • Prellen des Balls in unterschiedlichen Höhen auf Kommando

⚡ Reaktionsfähigkeit

  • Abklatschstart auf akustisches Signal
  • Reaktionsball fangen (unvorhersehbares Abprallen)
  • Ampelspiel: bei „Rot" sofort stoppen, bei „Grün" loslaufen

🥁 Rhythmisierungsfähigkeit

  • Seilspringen im Takt der Musik
  • Hütchenlauf im gleichmäßigen 3-Schritt-Rhythmus
  • Klatschrhythmen vorgeben und nachlaufen lassen

🔄 Umstellungsfähigkeit

  • Fangspiele mit spontan wechselnden Rollen oder Regeln
  • Parcours mit überraschenden Zusatzhindernissen
  • Spiegelübungen mit Partner:in (Bewegungen sofort nachahmen)

🔗 Kopplungsfähigkeit

  • Ball prellen und gleichzeitig durch einen Hütchenslalom laufen
  • Seilspringen kombiniert mit Ballwerfen
  • Jonglieren im Gehen oder Laufen

Konditionelle Fähigkeiten

💪 Kraft

  • Liegestütze, Kniebeugen, Ausfallschritte als Grundübungen
  • Partnerübungen mit Zug und Druck (z.B. Handtuchziehen)
  • Medizinballwürfe für die Schnellkraft

🏃 Ausdauer

  • Dauerlauf in gleichmäßigem Tempo (Grundlagenausdauer)
  • Zirkeltraining mit mehreren Stationen und kurzen Pausen
  • Ausdauerspiele mit hoher Laufintensität (z.B. Bänderfangen)

⚡ Schnelligkeit

  • Sprints über 20–30 Meter aus verschiedenen Startpositionen
  • Reaktionsstarts auf akustisches oder optisches Signal
  • Staffelläufe mit Sprintanteilen

🤸 Beweglichkeit

  • Aktiv-dynamisches Dehnen mit federnden, submaximalen Übungen
  • Rumpfrotationen und Ausfallschritte mit Armkreisen
  • Kurze Dehneinheiten von 8–15 Sekunden je Übung (siehe Dehnen-Lernseite für Details)

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Die zwei Grundgruppen

KonditionellKoordinativ
Bestimmt durchEnergieliefernde (metabolische) ProzesseSteuerung & Regelung durch das ZNS
FähigkeitenKraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit7 Fähigkeiten nach Meinel & Schnabel

Konditionell — kompakt

  • Kraft: Maximalkraft, Schnellkraft, Kraftausdauer, Reaktivkraft
  • Ausdauer: allgemein/lokal, aerob/anaerob, Grundlagen-/spezielle Ausdauer
  • Schnelligkeit: Reaktions-, Aktions- (azyklisch), Frequenzschnelligkeit (zyklisch)
  • Beweglichkeit: abhängig von Gelenkigkeit + Dehnfähigkeit der Muskulatur

Koordinativ — die 7 Fähigkeiten

FähigkeitIn einem Satz
GleichgewichtBalance halten/wiederherstellen
OrientierungPosition im Raum bestimmen
DifferenzierungKraft/Zeit/Raum fein dosieren
ReaktionSchnell auf ein Signal reagieren
RhythmisierungRhythmus erfassen & umsetzen
UmstellungBewegung an neue Situation anpassen
KopplungTeilbewegungen kombinieren

Merksätze

  • Koordinative Fähigkeiten sind nicht angeboren — sie müssen erlernt werden
  • Besonders lernfähig: 7.–12. Lebensjahr
  • Schnelligkeit & Beweglichkeit = „gemischt konditionell-koordinativ"
  • Koordination vor Kondition: koordinative Übungen sollten vor konditionellen Einheiten stehen
  • Prinzip beim Techniktraining: vom Einfachen zum Schweren, Vielfalt statt Einfalt